Warum wählen so wichtig ist!

Rückblick. 7. Mai 1989. Knapp 12,5 Millionen DDR-Bürger sind aufgerufen, zur Kommunalwahl zu gehen. Auch ich war dabei.

Seit 1981 war ich Mitglied der SED, wie so viele Menschen in der DDR. Ich glaubte an einen besseren Staat, an eine bessere DDR. Aber die Zweifel wuchsen. Geäußerte Kritik wurde 1987 mit einer Strafversetzung an der Arbeitsstelle “belohnt”, die Stasi drangsalierte meine Frau.

Die Wahlauszählung am 7. Mai 1989 beobachtete ich mit zwei Freunden. Auf dem Foto sehen Sie mich vorm ehemaligen Wahllokal in Chemnitz-Harthau.

Als Egon Krenz am Abend die offiziellen Ergebnisse verkündete, war uns klar: Hier gab es Wahlbetrug.

Allein in Chemnitz-Harthau waren mehr Gegenstimmen abgegeben worden als am nächsten Morgen für den gesamten Stadtbezirk “Karl-Marx-Stadt Süd” verkündet wurden.

Meine Konsequenz: Am 8. Mai legte ich im Rohrwerk Reichenhain mein Parteibuch auf den Tisch des Parteisekretärs und trat aus der SED aus. In den Reihen des “Neuen Forums” kämpfte ich dann in der Wendezeit – auch und vor allem für freie Wahlen.

Warum ich Ihnen das 31 Jahre später erzähle? Ich weiß, wie ohnmächtig man sich fühlt, wenn man der Willkür des Staates nichts entgegensetzen kann. In diese Richtung entwickeln wir uns wieder. Unsere Gesellschaft macht derzeit eine gefährliche Wandlung zurück in alte, linke Zeiten. Die BRD droht eine DDR 2.0 zu werden.

Frei wählen zu dürfen ist ein Privileg. Ich möchte nie wieder vom Staat betrogen werden. Sie sicherlich auch nicht. Gehen Sie am 11. Oktober wählen.

Und wählen Sie bitte richtig.

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